Die ersten Worte

Es ist schwer zu beschreiben, wie eine Geschichte beginnt. Aber ich versuche es euch zu erklären. Die meisten sprechen vom Plot und Recherche, aber das liegt (für mich) sehr weit hinten. Zuerst geschehen Dinge, die viel wichtiger sind.

Und wie sagte Friedrich Nietzsche: „Ich brauche nichts als ein Stück Papier und ein Schreibwerkzeug, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.

Nietzsche hat Recht. Manchmal brauch es nur ein Stück Papier und einen Stift, ein paar simple, dumme Notizen und du erschaffst eine Welt. Ich nehme als Beispiel meine eigene Geschichte (Erscheint Ende Sommer 2017). Ich war nicht auf der Suche danach, ganz im Gegenteil, sie fand mich, saß eines Morgens einfach neben mir im Bett und flüsterte mir ihre Geschichte zu. Es klingt vielleicht verrückt, aber so ist es gewesen. Ich sah einfach nur dieses Mädchen mit einem Medaillon in der Hand. Und ich wollte wissen, wer sie ist? Ja, es klingt ein wenig nach Stephenie Meyer. Ich denke jedoch, den meisten Schriftstellern geht es so. Man darf nicht krampfhaft nach einer Geschichte suchen. Es ist genauso wenn man eine Schreibblokade hat (welche ich zum Glück nie hatte) und diese Beuge ich meisten vor, in dem ich nicht jeden Tag wie eine Besessene schreibe, sondern mir immer wieder Tage der Ruhe gönne, wo ich nichts tue, was mit Schreiben oder Lesen zu tun hat.

In meinem Kopf stecken so viele Ideen, dass ein Leben wohl nicht ausreichen wird, um sie alle auf zuschreiben.
Cornelia Funke

Wenn ich zur Arbeit fahre in der Straßenbahn oder in den Pausen auf der Arbeit oder der Berufsschule, auch zu Hause, denke ich jedoch immer an meine Geschichte. Wie ein Film läuft alles in meinem Kopf ab, und immer wieder spinne ich neue Szenen hinzu, wenn sie mir nicht gefallen, werden sie gelöscht und wenn sie mir gefallen, geht es weiter und weiter. Immer bei mir ein Notizbuch, wo alles hinein gekritzelt wird. Man sollte nicht immer, wenn man Zeit hat lesen oder aufs Handy sehen, nein, manchmal sollte man einfach seine Gedanken in andere Welten schweben lassen, vor allem die, die man aufs Papier bringen will.

Wie gesagt, lass die Geschichte zu euch kommen. Lasst ihr Zeit. Denkt tausend Welten, wenn ihr morgens zur Arbeit oder Schule fahrt. Denkt nicht an euch oder was ihr noch zu tun habt. Lasst euch von der Musik entführen, die ihr vielleicht gerade hört. Achtet nicht auf den Text (der hilft eher nicht), sondern von der Melodie, dem Rythmus und der Stimme. Sie erzählen uns auch von anderen Welten.

Habt ihr dann endlich die Geschichte eingefangen, denkt niemals daran, was könnte den Lesern oder dem Verlag gefallen, sondern ganz allein euch muss es gefallen. Natürlich, später ändert man vielleicht ein paar Dinge, eben wegen dem Verlag oder der Leser, aber erst einmal geht es nur um dich und das Schreiben und dabei gibt es keine Regeln…

Und es gibt so viele Geschichten zu erzählen, zu viele, solch ein Übermaß an ineinander, verwobenen Leben, Ereignissen, Wundern, Orten, Gerüchten, solch ein unentwirrbares Gemisch aus Unwahrscheinlichem und Alltäglichem.
Salman Rushdie, Mitternachtskinder

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