Rezension – Ein bisschen wie Unendlichkeit von Harriet Reuter Hapgood

2017-04-22-17-48-15

Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären.

Außer, warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weg­gezogen war, plötzlich wieder auftaucht. Warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Und warum sie in Flashbacks ganze Szenen ihres Lebens erneut durchlebt. Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern?


Infos zum Buch:
Titel: Ein bisschen wie Unendlichkeit
Autor: Harriet Reuter Hapgood
Übersetzter: Susanne Hornfeck
Verlag: Fischer Kjb
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-7373-4033-5
Format: € 16,99 [D] Gebunden / € 14,99 eBook

Interesse an dem Buch? Hier zur Verlagsseite und hier zu Thalia.


Meinung:

Dieses Buch ist ein wenig witzig und kurios, obwohl es um ein ernstes Thema geht, dennoch starrte ich manchmal etwas verwirrt auf die Seite. Das Erwachsenwerden ist für Gottie ziemlich kompliziert. Vor allem seit dem Tod ihres Großvaters Grey hat sich alles verändert. Sie ist alleine, verliert sich in Traurigkeit und Erinnerungen, immer wieder wird sie zurück in die Vergangenheit gestossen und glaubt mehr und mehr, dass sie verrückt wird. Will ihr das Universum damit etwas sagen?

Ich bin eigentlich nicht der Typ für das Genre Coming-of-Age. Das ist für mich neu und ich habe das Buch auch nur wegen des Klapptext und dem schönen Cover gekauft. Die Geschichte ist sehr schön geschrieben, extravagant und in gewisser weise für mich eigenartig gewesen. Eben weil es nicht mein Genre ist, aber man muss allem eine Chance geben. Und so aus Gotties Geschichte. Sie tat mir unendlich leid, besteht ihr Leben doch aus Verlassen-werden: Ihre Mutter, die nach ihrer Geburt starb und die sie nie kennen lernen konnte, dann ihr bester Freund, der vor fünf Jahren vorzog, ein Jahr zuvor starb ihr Großvater und ihr damaliger Freund verließ sie, ihr Bruder zog von Zuhause aus und ihr Vater zieht sich lieber immer zurück und treibt im Leben orientierungslos umher. Es ist nicht einfach für sie, ein Mathegenie, welches nicht weiß, wohin mit sich.

Als ihr bester Freund Thomas zurückkehrt verändert sich wieder alles in ihrem Leben. Es ist ein großes Wirrwarr in dem sich Gottie wieder finden muss, ihren Weg, ihr Leben und verstehen muss und will, was sie will.

Alle Charaktere sind gut beschrieben. Die Idee mit dem abstrusen Wurmlöchern ist witzig und sehr interessant, vor allem alles aus der Sicht eines Genies zu sehen. Und gleich wie witzig und komisch die Geschichte klingt, geht es um ein wichtiges und zugleich trauriges Thema. Die Autorin zeigt zaghaft, was im Leben zählt, einfach mal unter einem Baum liegen und den Sommer genießen, auch das sind besondere Momente. Der Sommer ist ein berauschendes Gefühl in dem Buch, man spürt die Wärme, das Feuer und die Sterne auf der Haut. Ich möchte Sommer, Musik, Lachen und die Unendlichkeit.

Es ist eine spannende Reise durch den Sommer und zum Erwachsenwerden, mit der ersten große Liebe und dem Tod, der uns alle treffen wird oder schon getroffen hat. Wie soll man damit umgehen? Gottie versucht diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Und wir mit ihr.


Fazit:

Eine einzigartige Geschichte, die wahrscheinlich vor allem Liebhabern von Coming-of-Age Geschichten gefallen. Oft verwirrend, herzlich zwar und liebevoll erzählt, dennoch ein gewagtes Chaos, bei dem es manchmal schwer ist, alles zu verstehen. Eine wunderbare Lektüre für zwischendurch, einfach um zu entspannen und zu lesen, wenn der SUB nichts hergibt.
Drei von fünf Tintenfässchen.

T3


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